An den Bundespräsidenten,
die Mitglieder der Bundesregierung,
die Mitglieder des Bundestages und
die Mitglieder des Bundesrates

Braunschweig, 17. 11. 2001

Resolution der Bundesfachtagung der Chemiefachschaften

Verurteilung des Bundestagsbeschlusses zur Bereitstellung der Bundeswehr für Kampfeinsätze in Afghanistan

Die Bundesfachtagung der Chemiefachschaften (BuFaTa Chemie) im Wintersemester 01/02 in Braunschweig verurteilt den Bundestagsbeschluss zur Beteiligung der Bundeswehr am Angriffskrieg der U.S.A. und Großbritannien gegen Afghanistan.

Mit diesem Krieg wird eine weitere Chance auf Frieden vertan. Gewalt erzeugt Gegengewalt. Die Spirale der Gewalt wird nicht durchbrochen, sondern weitergedreht.

In der Eskalation von Terroranschlägen und sogenannten Vergeltungsschlägen haben bereits unzählige unschuldige Menschen ihr Leben verloren. Statt kriegerische Auseinandersetzungen zu führen, ist es die Aufgabe aller Staaten, überall die Ursachen von Terrorismus zu bekämpfen.

In diesem Sinne wäre es die Aufgabe des Bundestages gewesen, sich in den Vereinten Nationen für eine friedliche Lösung des Konfliktes einzusetzen, den Bevölkerungsgruppen Afghanistans die Möglichkeit zur Selbstbestimmung zu geben und den mehrheitlich in bitterer Armut lebenden Menschen ökonomische, soziale, bildungs- und entwicklungspolitische Perspektiven zu bieten.

Stattdessen wird mit den Angriffen neuer Hass geschürt und Nährboden für den internationalen Terrorismus und seine Apologeten, die weiterhin diktatorische Systeme errichten oder aufrechterhalten wollen, geschaffen.

Die brutalen Terrorakte am 11. September 2001 in Pittsburgh, Washington D.C. und New York sind durch nichts zu rechtfertigen und werden von der BuFaTa Chemie in aller Deutlichkeit verurteilt. Unschuldige Menschen haben dabei ihr Leben verloren. Die wahren Hintermänner müssen gefunden und vor einem Gericht in einem rechtsstaatlich geführten Prozess angeklagt werden. Unsere Trauer ist mit allen Angehörigen von Opfern terroristischer und militärischer Gewalt.

Die BuFaTa Chemie fordert die oben genannten Organe der Bundesrepublik Deutschland auf, sich verstärkt für die Schaffung eines Internationalen Strafgerichtshofes einzusetzen und dem internationalen Terrorismus durch Einsatz für eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung Nährboden zu entziehen.

Die BuFaTa Chemie fordert die Bundesregierung auf, das Mandat des Bundestages zur Entsendung deutscher Soldaten nicht wahrzunehmen.

Die BuFaTa Chemie im Wintersemester 01/02 in Braunschweig